Filialkirche St. Stephanus in Kronwinkl

Filialkirche St. Stephanus in Kronwinkl

Von 1471 bis 1957, also fast ein halbes Jahrtausend, war die Kronwinkler Kirche, auch "untere Schloßkapelle" genannt, das Beneficium der Grafen von Preysing. Sie wurde von einem Benefiziaten betreut, den die gräfliche Familie unterhielt. Ihm oblagen die geistliche Betreuung der beiden Schloßkapellen. Vom spätgotischen Vorgänger-Gotteshaus der Kronwinkler Kirche sind nur noch im Bereich der Sakristei Mauerreste geblieben und im Inneren die Skulptur des Hl. Stephanus.


In dieser Kapelle hat sich 1632, während des 30-jährigen Krieges, eine blutige Schandtat ereignet: Ein feindlicher Soldat aus den Reihen der Schweden hielt sich drei Tage in der Kapelle auf, er genoss nach dem Gesetz Asylrecht. Ungeachtet dessen drangen die gräflichen Untertanen, denen das schwedische Heer großen Schaden zugefügt hatte, in die Kapelle ein, schlugen den Soldaten mit der Axt, zerrten ihn ins Freie und töteten ihn.


Wegen dieser Entweihung der Kapelle durfte in ihr bis zum 1. Oktober 1679 kein Gottesdienst mehr gehalten werden. In dieser Zeit wurde das Kirchlein stark vernachlässigt und verfiel. Die bestehende Kirche wurde von der Familie im Stil des späten Barocks neu erbaut und am 3. Juni 1768 dem heiligen Stephanus geweiht.  

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